Karlshorster Konzepte 05/2006

Der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. stellte im Februar 2001 erstmals die "Karlshorster Konzepte" mit seinen Vorstellungen zur Entwicklung von Karlshorst vor. Die im Mai 2006 vorgelegte Neufassung trägt der Entwicklung in den letzten fünf Jahren Rechnung, greift dabei die in der ersten Konzeption erarbeiten Positionen auf und entwickelt diese ent-sprechend weiter. Daraus ergibt sich gegenüber der Erstfassung teil-weise eine Verschiebungen der Schwerpunkte. Im vorliegenden Papier beschränkt sich der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. auf die Themen Infrastrukturelle Entwicklungsvorschläge, Freizeit- und Erholungsgebiet Wuhlheide und Verkehrsplanung in Karlshorst.

 

Infrastrukturelle Entwicklungsvorschläge

Die Entwicklung des zentralen Bereiches von Karlshorst stagniert in den letzten fünf Jahren. (NEU: Im zentralen Bereich von Karlshorst hat in den letzten fünf Jahren nur eine langsame Entwicklung stattgefunden. Der Bürgerverein begrüßt die weitere Entwicklung des Wohnungsbaus in Karlshorst, der Zuzug weiterer Bevölkerung sichert die vorhandene Infrastruktur und schafft die Voraussetzung für eine maßvolle Ergänzung des derzeitigen Angebots.) Lediglich bei der gesundheitlichen Versorgung wurde ein umfassendes Kapazität- und Qualitätsangebot erreicht.

 

Der Handel hat – im Bereich der allgemeinen Versorgung – durch die NETTO-Kaufhalle eine gewisse Erweiterung erfahren. Die behutsame Rekonstruktion des ehemaligen Rennbahn-hofes und seine Umwandlung zu einer Kaufstätte hat eine strukturelle Lücke im südlichen Teil des Zentrums geschlossen. Spezifische Handelsangebote stagnieren oder sind sogar rückläufig.

 

Gekennzeichnet wird der Zustand im Karlshorster Zentrum weiterhin durch noch unbebaute wertvolle Grundstücke bzw. durch einen unakzeptablen Zustand dieser Flächen. (Ergänzend: Städtebaulicher „Wildwuchs“ wie die Imbissbuden in der Einmündung Dönhoffstraße/Treskowallee sollten entfernt werden.) (Neu: Der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. spricht sich dafür aus, das vom Grundsatz her eher Altes, den Stadtteil Prägendes erhalten und nicht durch Neubauten ersetzt werden sollten. Bei zukünftigen Renovierungsarbeiten sind städtebauliche “Zumutungen“ wie beim Hotel in der Treskowallee zu vermeiden. Der Bürgerverein spricht sich für eine maßvolle Ergänzung des vorhandenen Angebotes aus, eine überdimensionierte Bebauung oder die wahllose Schaffung zusätzlicher Geschäfts- du Bürofläche wird kritisch gesehen. Ein in diesem Fall drohender Leerstand ist keine gute Visitenkarte für den Stadtteil).

 

Für das südliche Zentrum ist die Trabrennbahn das prägende Element, dessen Bedeutung aus der historischen Entwicklung erwächst, Die Lebensfähigkeit und Weiterentwicklung hängt u.a. davon ab, ob eine Integration in ein übergeordnetes Konzept eines Freizeit- und Erholungszentrums in Verbindung mit der angrenzenden Wuhlheide gelingt. Im nördlichen Zentrum sind nach Kriegsende mit dem Kulturhaus und dem jetzigen Theater des Ostens Kultureinrichtungen entstanden, die erhalten und ausgebaut werden sollten.

 

Ausgehend von diesen eher generellen Überlegungen unterbreitet der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. folgende konkrete Vorschläge zu einzelnen Standorten:

 

Bebauung zwischen S-Bahnhof und Trabrennbahn
Im Zusammenhang mit dem entstehenden Wohngebiet „Am Carlsgarten" wird die Be-bauung des ehemaligen Kinostandortes wieder aktuell. Der Charakter des Neubaus sollte weitgehend mit der vorgeschlagenen Entwicklung der Wuhlheide zu einem überregionalen Freizeit- und Erholungsgebiet korrespondieren. Dementsprechend böten sich drei Nutzungsbereiche an:
• gastronomische Einrichtungen unterschiedlicher Art und Ausprägung.
• Verkaufseinrichtungen speziell für Freizeit- und Sportartikel passend zum Umfeld (Reitsport, Tennis, Schwimmen, Skating, Fahrräder etc.) bzw. Angebote für Heim und Garten
• Räumlichkeiten für Sport und Gesundheit (Gymnastik, Fitness, Sauna, Bowling, Billard  etc.)

 

Nutzung des Eckgrundstück Treskowallee/Wandlitzstraße
Als unbefriedigend schätzt der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. die derzeitige Nutzung und vor allem den Zustand des Grundstückes, in dem sich das Restaurant "Rheinischer Hof“ befindet, ein. Es handelt sich von Charakter und Architektur her um ein außerordentlich exponiertes Bauwerk aus der Zeit zwischen der Gründung von Karlshorst und dem Beginn des ersten Weltkrieges, das zu DDR-Zeiten weitgehend für die Wachmannschaften der Diplomatischen Vertretungen genutzt wurde. Für den Bürgerverein ist eine Nutzung als stilvolles Hotel vorstellbar.

 

Grundstücke Treskowallee 112 (Kulturhaus) und Dönhoffstraße 40–42
Der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V, begrüßt die Absicht des Bezirksamtes Lichtenberg, diese Grundstücke durch einen privaten Investor bebauen zu lassen. Die Einbeziehung der jetzigen Nutzung des Kulturhauses eröffnet die Möglichkeit, den kulturellen Standort qualitativ und quantitativ zu erweitern und zu einem Kulturforum zu entwickeln. Dazu schlägt der Bürgerverein vor:
• Die Funktionen des Kulturhauses neu so zu ordnen, dass ein Übergang vom alten Kulturhaus zu den neuen Räumlichkeiten ohne Ausweichquartier erfolgen kann.
• Den Kulturbereich im Rahmen dieser neuen Bebauung durch ein Atelierhaus zu ergänzen. Ein solches Atelierhaus könnte Künstlern exponierte Arbeitsstätten bieten und in Verbindung mit Ausstellungsräumen und Galerien günstige Bedingungen für die notwendige Beziehung zur Öffentlichkeit schaffen. Darüber hinaus entstünde eine progressive Wechselbeziehung zum bestehenden Kulturhaus, was sicher das kulturelle Leben in Karlshorst und darüber hinaus stimulieren würde. Es kann erwartet werden, dass sich dadurch die Attraktivität und Lebensqualität in diesem Stadtgebiet weiter erhöht.
NEU: Für den Bürgerverein ist vorstellbar, dass der geplante Neubau durch kleinteilige ergänzende Einzelhandels – und Dienstleistungsangebote ergänzt wird. Flächen für den ruhenden Verkehr sowie Begrünungsmassnahmen (straßenbegleitendes Grün, Hausbe-grünung) sollten nach Auffassung des Bürgervereins beim Neubau festgeschrieben werden.

 

Eckgrundstück Treskowallee/Ehrenfelssstraße
Nach Auffassung des Bürgervereins Berlin-Karlshorst e.V. kommt in diesem Bereich eine Wohnbebauung kaum in Betracht. Ergänzend zum gegenüberliegenden Kulturbereich könnte dieser Standort zu einem Zentrum für Verlage, Werbeagenturen und Designateliers etc. entwickelt werden.
NEU: Der Bürgerverein spricht sich für eine maßvolle Eckbebauung mit kleinteiliger Einzelhandelsnutzung im Erdgeschoß aus, die die vorhandene Straßenführung berücksichtigt und die Freifläche vor dem Theater unbebaut lässt.

 

Gründungsbereich von Karlshorst
An der Einmündung der jetzigen Lehndorffstraße in die Wandlitzstraße wurden die ersten Wohngebäude von Karlshorst errichtet, die aber durch Kriegseinwirkungen zerstört worden sind. Bis heute sind diese Grundstücke Brachland. Das historische Rondell mit der Moltke-linde und dem neu errichteten Gedenkstein ist vorhanden, ebenso die ursprünglichen Häuser auf der gegenüberliegenden Seite des Brachlandes. Von den drei Parzellen sind noch zwei bebaubar. Insofern wäre es möglich, hierauf eine Bebauung zu errichten, das sich äußerlich dem historischen Vorbilder anpassen sollte und damit den Gründungsbereich von Karlshorst weitgehend in den ursprünglichen Zustand versetzt.

 

Senioreneinrichtung für ambulante Betreuung
Karlshorst verzeichnet einen hohen Anteil älterer und alter Mitbürger. Ihr Wunsch, den Lebensabend in diesem Stadtteil zu verbringen, wird weitgehend durch Seniorenheime etc. erfüllt. Es fehlen allerdings Möglichkeiten für eine zeitlich begrenzte Unterbringung (Tagesaufenthalt und/oder Übernachtungen). Als möglichen Standort hält der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. z. B. das Kirchengelände am Hönower Wiesenweg/Liepnitzstraße für geeignet.
NEU: Es sollten außerdem Maßnahmen für einen „seniorengerechten“ Stadtteil ergriffen werden. Dazu gehören bauliche Maßnahme (Absenkung von Bordsteinen, mehr Querungsmöglichkeiten etc.), technische Dinge (Verlängerung der Ampelschaltungen für Fußgänger), Maßnahmen der Infrastruktur (Ruhebänke etc) aber auch ein entsprechendes Engagement der Einzelhändler (Stichwort: seniorengerechtes Einkaufen). Diese Maßnahmen kommen nicht nur den Senioren, sondern auch anderen Bevölkerungs-gruppen (Behinderte, Eltern mit Kinderwagen etc.) zugute.

 

NEU: Parkplätze
Der vorhandene Parkplatzdruck im Karlshorster Zentrums auch durch Park&Ride Parker in der Ehrenfels/Stolzenfelsstraße sollte durch Anlage und Ausschilderung eines entsprechenden Parkplatzes auf der anderen Seite der Bahn vermindert werden. Als Effekt entsteht ein besseres Parkangebot für Anwohne rund Geschäfte. Die Betreiber Marktstände sollen bewegt werden, ihre Fahrzeuge ebenfalls auf der anderen Seite der Bahn abzustellen.

 

Neu: Treskowallee
Zur Sicherung des vorhandenen Einzelhandels in der Treskowallee sollte die Aufenthalts-qualität in der Straße erhöht werden. Dazu regt der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. die ergänzende Begrünung der Treskowallee an. Die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger sollte erhöht werden. Maßnahmen dazu sind nach Auffassung des Bürgervereins zusätzliche Querungshilfen, ein Radweg bzw. ein entsprechender Suggestivstreifen auf der Fahrbahn, die Reduzierung der Geschwindigkeit zumindest nachts, die Geschwindigkeits-überwachung durch eine (stationäre) Radaranlage etc.

FREIZEIT – UND ERHOLUNGSGEBIET WUHLHEIDE

Von herausragender Bedeutung für Karlshorst ist die unmittelbare räumliche Beziehung zwischen dem Rennbahngelände und der Wuhlheide, die weitgehend zum Bezirk Treptow-Köpenick gehört. Daraus leitet sich die Notwendigkeit einer bezirksübergreifenden Planung und Gestaltung ab. Der Abriss der russischen Kasernen, die nachfolgende Renaturierung des Geländes und seine Integration in die Wuhlheide hat die Bedeutung dieses Erholungs-gebietes beträchtlich gesteigert. Die Anstöße des Bürgervereins trugen zur Zusammen-arbeit der Stadtbezirke Lichtenberg und Treptow-Köpenick erheblich bei. In der Bürger-initiative "Freundeskreis Wuhlheide“ engagieren sich auch Mitglieder des Bürgervereins. In Bezug auf das Freizeit- und Erholungsgebiet unterbreitet zwei Vorschläge:
• planerisch und gestalterisch sollten effektive Wegeverbindungen  für Fußgänger, Radfahrer, Inlineskater und Reiter zwischen dem Karlshorster Zentrum, der Rennbahn und dem Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) geschaffen werden.
• die Einrichtung einer elektrischen schienenlosen Kleinbahn, wie sie in vielen Freizeitparks oder historischen Städten anzutreffen ist, sollte als Ergänzung zur. bestehenden Parkeisenbahn geprüft werden.

Verkehrsplanung in Karlshorst

Die Treskowallee bleibt für einen längeren Zeitraum eine überregionale Verkehrsader. Sie erstreckt sich praktisch vom Schönefelder Kreuz über das Adlergestell bis hin zur Rhinstraße und über die Landsberger Allee bis zum nördlichen Anschluss an die Autobahn. Die Verkehrsbaumaßnahmen in Karlshorst werden zu keiner Entlastung der Treskowallee führen, dal die übergeordneten Verkehrsströme nicht umgeleitet werden können. Erst durch die geplante Tangente Biesdorf-Wuhlheide-Adlergestell wird eine Verkehrsberuhigung in Karlshorst möglich.
Im Bereich von Karlshorst haben für den Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. folgende verkehrlichen Fragen und deren Lösungen primäre Bedeutung:
• Brückenerweiterung am Bahnhof Karlshorst
• Wiederherstellung der Blockdammwegbrücke
• Verkehrsführungen in den Teilbereichen Nordwest, Nordost und Süd.

 

Brückenerweiterung am Bahnhof Karlshorst
Der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. setzt sich seit vielen Jahren für die Brückenerweiterung am Bahnhof Karlshorst ein. Im Zusammenhang mit der Brückenerweiterung sind auch Veränderungen bei der verkehrlichen Erschließung des Bahnhofsbereiches notwendig. Folgende Prämissen sind nach Auffassung des Bürgerver-eins diesen Veränderungen zugrunde zu legen:
• die direkte Zufahrt zum Bahnhof sollte gewährleistet werden, also auch durch   Linksabbiegen
• im Bereich des geplanten Marktplatzes sollte die Zu- und Abfahrt in beide Richtungen über die Ehrenfelsstraße erfolgen
• die Rheinsteinstraße sollte für die Erschließung dieses Gebietes nicht in Betracht gezogen werden und demzufolge auch keine Linksabbiegespur in die Treskowallee erhalten.

 

Blockdammwegbrücke
Die Blockdammwegbrücke war seit dem kreuzungsfreien Ausbau der Bahnanlagen für den Stadt- und Fernverkehr um 1900 unabdingbarer Bestandteil des Verkehrssystems, obwohl es kaum Verkehr im heutigen Sinne gab. Ihre Demontage war lediglich durch die Elektrifizierung der Bahn wegen nicht ausreichender Durchfahrtshöhe erforderlich. Der Wiederaufbau ist immer nur als eine Frage der Zeit angesehen worden. Die Notwendigkeit der Brücke ist dadurch begründet, dass außer am Bahnhof Karlshorst keine weitere Verbindung zwischen dem Süd – und dem Nordteil von Karlshorst vorhanden ist. Würde die Bahnhofsbrücke blockiert, wird aber nicht nur die Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen unterbrochen, sondern die entstehenden verkehrlichen Probleme reichen dann bis Schöneweide und Friedrichsfelde. Katastrophal wäre besonders die Situation für die Feuerwehr und den Notdienst. Der südliche Teil von Karlshorst wäre dann für eine schnelle Hilfe nicht mehr erreichbar.

 

Verkehrsbereich Nordwest  (zwischen Treskowallee und Ilsestraße)
Durch die Installation der Verkehrsampel an der Marksburgstraße wurde die Verkehrsge-staltung in diesem Bereich maßgeblich beeinflusst. Zusammen mit der Ampelanlage an der Dönhoffstraße regeln diese Ampeln die Erschließung dieses Teils von Karlshorst. Ergänzt durch die Dorotheastraße und den Straßenzug Hönower Straße/Sangeallee sind somit drei Zufahrten vorhanden. Unzureichend sind die Ausfahrtmöglichkeiten. Die Dönhoffstraße ist zwar Ampel geregelt, aber auf Grund ihrer Lage am Bahnhof nur bedingt nutzerfreundlich. Außerdem wird der Verkehrsfluss durch die Vorfahrt für die Feuerwehr und den Notdienst eingeschränkt.
Die Hönower Straße ist als Ausfahrt praktisch bedeutungslos, da sie keine stadtwärtige Führung zulässt. Erst mit der Blockdammwegbrücke würde dieser Bereich eine echte zweite Zu- und Ausfahrt erhalten und damit eine Entlastung der Treskowallee und der Ehrlichstraße zur Folge haben.
Durch diese Verkehrskonzeption könnte die Trasse Hönower Straße/Sangeallee auf eine reine innere Erschließungsfunktion reduziert werden. Dadurch würde ein weiterer Ausbau nicht mehr erforderlich sein. Lediglich der geplante Kreisel an der Kreuzung Marksburg – List – Dorotheastraße sollte realisiert werden.
Bei einer solchen Verkehrsgestaltung würden auch die Bedenken der dortigen Einwohner hinsichtlich der Wege zur Schule und zur Kindertagesstätte hinfällig werden. Sie hätte weiterhin den Vorteil, dass eine Entscheidung für oder gegen das Projekt Ilsestraße keinerlei Wechselwirkung her¬vorrufen würde. Allerdings sollte bei einer Realisierung dieser Trassenführung der Versatz zur Blockdammwegbrücke nicht über die Wallenstein- , sondern über die Walkürenstraße erfolgen, da er dann sinnvollerweise in den Verkehrskreisel münden würde und insgesamt einen günstigeren Verkehrsfluss gewährleistet.

 

Verkehrsbereich Nordost  (Treskowallee/Köpenicker Allee)
Die Verkehrsentwicklung hat leider dazu geführt. dass in der Waldowallee eine für die Anlieger nicht mehr vertretbare Belastung entstanden und auch ein zügiger Verkehrsfluss nicht mehr gewährleistet ist. Deshalb sollte in Betracht gezogen werden, die Köpenicker Allee zu „öffnen", in dem das noch brachliegende Teilstück zwischen den Kleingartenanlagen ausgebaut wird. Dadurch kann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine "Splitting'" des Durchgangsverkehrs erreicht werden:
• der in Richtung Wuhlheide nach Süden fließende Verkehr wird weiterhin die  Waldowallee nutzen
• der von der Wuhlheide kommende stadtwärts führende Verkehr nimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Köpenicker Allee an.
So würde für beide Trassen eine annehmbare Verkehrsbelastung entstehen, da vor allem die Lärmbelastung infolge des flüssigeren Verkehrs erheblich verringert wird.

 

Die weitere Entwicklung des Wohnungsbaues hat seinen Schwerpunkt im Ostteil von Karlshorst.

 

Die neue Siedlung an der Waldowallee ist fertig gestellt und inzwischen bewohnt. Die Siedlung Am Carlsgarten befindet sich im Aufbau. Danach stehen vor allem der Bereich Zwieseler Straße/Arberstraße im Blickpunkt.

 

Um vor allem für diesen wachsenden Bevölkerungsanteil von Karlshorst den Zugang zur S-Bahn und zum Zentrumsbereich zu erleichtern, sollte der östliche Ausgang des S-Bahnsteiges zu einem Durchgang zur Stolzenfelsstraße ausgebaut werden.

 

Verkehrsbereich Süd
Während der Erneuerung der Ehrlichstraße zwischen Treskowallee und Wildensteiner Straße war letztere als Einbahnstraße ausgewiesen und zwischen Wandlitzstraße und Treskowallee war in diesem Abschnitt generelles Halteverbot. Auf Grund der sehr positiven Erfahrungen mit dieser Ver¬kehrslösung wird deshalb vorgeschlagen:
• Die Wildensteiner Straße wieder als Einbahnstraße ab Ehrlichstraße in Richtung Wandlitzstraße auszuweisen
• als Gegenanlage die Heiligenberger Straße als Einbahnstraße von der Wandlitz-straße bis zur Ehrlichstraße auszuweisen
• für den Abschnitt Wandlitzstraße ab Wildensteiner Straße bis Treskowallee ein generelles Halteverbot anzuordnen.
Es kann erwartet werden, dass sich durch diese Maßnahmen der Verkehrsfluss erheblich verbessern wird und die üblichen Stauungen weitgehend vermieden werden. Für ein Parken an der WandIitzstraße in diesem Bereich besteht keinerlei Veranlassung, da es sich lediglich um drei Parkstellflächen handelt, die aber den Verkehrsfluss erheblich behindern.

 

Radwege in Karlshorst.
Die Entwicklung des Radwegenetzes kann als erfreulich angesehen werden, besonders im Hinblick auf die Bereiche Traberweg und Stallwiesen. Erfreulich ist, dass der Europäische Radweg R 1 durch die Wuhlheide führt und dadurch Karlshorst tangiert.
Der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V,. spricht sich dafür aus, die Radwege an der Treskowallee über den Bahnhof hinaus weiter nach Norden bis zur Waldowallee zu führen. Die Idee wegen der fehlenden Flächen die Vorgärten zu reduzieren, ist aus Sicht des Bürgervereins nicht realisierbar. Im zentralen Bereich nördlich des Bahnhofes sind Vorgartenflächen zum Teil Bestandteil der anliegenden Geschäfte und Gaststätten geworden, z.B. Treppenanlagen zum Geschäftseingang im Souterrain oder Hochparterre, Terrassen vor Gaststätten u.a.m. Ihre Beseitigung würde nicht nur einen unverhältnismäßig hohen finanziellen Aufwand erfordern, sondern könnte u. U. sogar existenzgefährdend sein. Außerdem entfielen auch ggf. An¬reize zur Neuansiedlung von Geschäften.

 

Berlin im Mai 2006

Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V.
Dr. Hans Krautzig (Vorsitzender)