Freizeit & Kultur – Frage 1

Mit der Wuhlheide verfügt Karlshorst über eine große Erholungsfläche, doch seit Jahren fehlt es an einem Sportplatz im Ortsteil und das Gelände der Trabrennbahn wartet darauf, entwickelt zu werden. Wie wollen Sie die Erholungs- und Sportmöglichkeiten im Ortsteil verbessern?

 

Gregor Költzsch (SPD): Das Problem eines fehlenden Sportplatzes und der Wunsch nach einer nahegelegenen Sportfläche – insbesondere auch für den Schulsport – ist mir vertraut. Ein „beheimateter“ Sportplatz wäre auch für den FC Karlshorst attraktiv, der seit Jahren in der Wuhlheide trainiert (diese Lösung scheint sich bisher bewährt zu haben). Für einen Sportplatz in Karlshorst stellte sich bisher die Frage nach einem geeigneten Grundstück in öffentlichem Besitz. Dieses Problem wird nun im Zusammenhang mit dem neuen Kraftwerksbau gelöst. Der Bezirk bekommt von Vattenfall eine Sportplatzfläche am Blockdammweg. Sie kann über eine zinsgünstige Pachtvereinbarung genutzt werden. Trotzdem brauchen wir weitere 2,5 Millionen Euro, um diesen Sportplatz dann auch zu bauen. Derzeit ist in der bezirklichen Investitionsplanung der nächsten Jahre kein Geld für einen Neubau eines Sportplatzes vorgesehen, da die vorhandenen Mittel auf Wunsch vieler Bürger für Schulsanierungen und Aktivierung stillgelegter Schulgebäude eingesetzt werden. Als Abgeordneter werde ich den Wunsch des Bezirkes nach einer mittelfristigen Sonderzuweisung durch den Senat unterstützen. Dies ist eine realistische Chance. Die Trabrennbahn hat mit der Island-Pferde-WM 2013, die bei uns in Karlshorst stattfindet, eine echte finanzielle Perspektive erhalten, um zumindest die notwendigen Erhaltungs- und Sanierungsarbeiten finanzieren zu können. Der Pferdesportpark ist da auf einem guten Weg.

Ringo Bronkalla (FDP): Mit der Wuhlheide hat Karlshorst ein Erholungs- und Freizeitgebiet, das in Berlin seines gleichen sucht. In unmittelbarer Nähe befinden sich zwei Freibäder, zwei Schwimmhallen, Sportplätze und eine Bibliothek. Sie sind alle mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad in recht kurzer Zeit erreichbar. Karlshorst verfügt über ein Theater, eine Musikschule, ein Museum, in Kürze wieder ein Kulturhaus und eine breite Palette von guter Gastronomie. Darüber hinaus gibt es eine Reihe kleinerer Parks mit Spielplätzen, Sitzgelegenheiten, Tischtennisplatten und Feldern zum Kicken und Basketball spielen. Wenn Karlshorst tatsächlich noch einen Sportplatz braucht, würde ich prüfen, ob nicht einer der schon vorhandenen aber augenscheinlich nicht mehr genutzten Plätze wieder reaktiviert werden kann. Die Einrichtung eines Trimm-Dich-Pfads in der Wuhlheide kann das Sportangebot ebenfalls verbessern. Möglichkeiten für ein öffentliches Sponsoring eines lokalen Unternehmers oder einer Bank kann man sicher ausloten. (Die Zuständigkeit hierfür liegt natürlich beim Bezirksamt Treptow-Köpenick.)

Harald Wolf (Die Linke): Mit dem Beschluss des Bebauungsplans 11-47a und dem damit verbundenen Städtebaulichen Vertrag konnte mit Vattenfall vereinbart werden, dass dem Bezirk gegen Erbbauzins eine Fläche für einen Sportplatz im Bereich Blockdammweg zur Verfügung gestellt wird. Im zweiten Schritt kommt es darauf an, den Bezirk in die Lage zu versetzen, einen Sportplatz auch bauen zu können. Dafür will ich mich einsetzen. Ich sehe die Trabrennbahn Karlshorst als Veranstaltungsort nicht nur für Trabrennen. Ich will den Pferdesportpark darin unterstützen, dass er der Ostberliner Standort für Reitsport wird und sich die auf der Trabrennbahn befindliche Halle als Ort für Konzerte und Partys etabliert.

Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen): Mit der Entwicklung von Karlshorst-West könnte der auf dem Kraftwerksgelände bereits angedachte Sportplatz realisiert werden, sinnvoll wäre dies in der Nachbarschaft zu dem perspektivisch zu entwickelnden Schulstandort Blockdammweg. Zugleich sind die Angebote in Friedrichsfelde und an der Rummelsburger Bucht (Ballsportplätze, Kletterhalle) stärker ins Bewusstsein zu rufen. Jahrelangen Unkenrufen zum Trotz ist es gelungen die Trabrennbahn zu erhalten. Der Erfolg der Trabrennbahn liegt grundsätzlich natürlich in den Händen des Betreibers. Dass die Trabrennbahn als Ort sehr gut angenommen wird, war bei den diesjährigen Deutsch-Russischen Festtagen erneut nicht zu übersehen. Die Nutzung des Areals auch abseits des Reitsports, etwa als Open Air Standort für Filmvorführungen oder Ähnliches setzt jedoch eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität voraus. Eine Öffnung von Wegen in die Wuhlheide könnte die Attraktivität zusätzlich erhöhen.

Fabian Peter (CDU): Wuhlheide und die Trabrennbahn Karlshorst könnten zusammen eine einmalige Symbiose eines Sport- und Erholungsstandortes bilden. Hierzu müsste insbesondere die Trabrennbahn als „Tor in die Wuhlheide“ stärker entwickelt werden. Gemeinsam mit den Karlshorster Bürgern und den Vereinen bzw. Trägern sollte ein zukunftsfähiges Konzept für eine solche Entwicklung erarbeitet werden. Vorstellbar wären beispielsweise eine Neugestaltung des Platzes vor dem eigentlichen Haupteingang zur Trabrennbahn, eine naturbezogene Neugestaltung der Außengrenzen sowie eine generelle Ausweitung der Sportnutzungsmöglichkeiten auf dem weitreichenden Gelände. Zudem sind auch kulturelle Nutzungen bspw. in Form eines sommerlichen Open-Air-Kinos vor der Tribüne denkbar. Bei allen Maßnahmen sollte jedoch streng auf eine Verträglichkeit mit der bestehenden Reitsport-Nutzung geachtet werden. Seit Jahren wird parteiübergreifend nach Lösungen für die Errichtung eines Sportplatzes in Karlshorst gesucht. Mit dem Beschluss des Bebauungsplans 11-47a durch die BVV und dem damit verbundenen Städtebaulichen Vertrages mit Vattenfall ergibt sich die Möglichkeit, am Standort Blockdammweg ein entsprechendes Sportgelände zu errichten, dessen Einzugsbereich neben Karlshorst auch die Rummelsburger Bucht umfassen würde, ideal also für die vielen heranwachsenden Kinder. Diese Chance sollte in der nächsten Legislaturperiode aktiv und ebenso parteiübergreifend ergriffen werden. Die CDU wird ihren Beitrag dazu leisten!