Wohnen & Verkehr – Frage 5

Der Autoverkehr auf der Treskowallee mindert Lebens- und Aufenthaltsqualität. Besonders der Durchgangsverkehr mit dem gestiegenen LKW-Verkehr belastet den Ortsteil. Was tun Sie um den Autoverkehr durch Karlshorst zu verringern?

 

Gregor Költzsch: Der gesamte Autoverkehr von und nach Lichtenberg im Süden wälzt sich durch genau zwei Nadelöhre: Zum einen die Treskowallee und zum anderen das Ostkreuz. Die Treskowallee zerschneidet das idyllische Karlshorst in zwei Hälften und stellt für die Anwohner eine stetige Belastung dar. Dafür ist in hohem Maße der durchgehende LKW-Verkehr verantwortlich. Ich bin der Meinung, dass der Durchgangsverkehr aus der Treskowallee möglichst herausgehalten werden muss. Dies geht nur in Verbindung mit dem Neubau der TVO und dem Anreiz für durchfahrende LKW und PKW, auf schnellerem Wege an der Treskowallee vorbeizufahren. Die Ausweitung der Tempo-30-Zonen halte ich für sinnvoll, ebenso die Installation fester Blitzer, um die Einhaltung der Geschwindigkeit auch zu kontrollieren. Dies gilt übrigens auch für die Hauptstraße in Rummelsburg. Um die derzeitige Belastung der Karlshorster durch Baustellen zu reduzieren, fordere ich die Berliner Wasserbetriebe auf, die Bauarbeiten südlich des Bahnhofs schnellstmöglich durchzuführen!

Ringo Bronkalla: Um es gleich vorweg zu nehmen, weder ich persönlich noch die FDP Lichtenberg können das Problem in kürzester Zeit lösen. Mit der Fertigstellung des neuen Flughafens in Schönefeld sehe ich noch eine Verschärfung des Problems. Die Nord-Süd-Achse im Ostteil der Stadt verläuft durch Lichtenberg. Ein LKW-Fahrverbot wäre hier nicht durchsetzbar. Die Zahl der PKW würde nicht geringer. Leider haben das Bezirksamt und der Senat bisher augenscheinlich nicht genügend Initiative ergriffen das Problem anzugehen. Die Lösung wäre eine Bündelung und Umleitung der Verkehrsströme (Tangentialverbindung Ost – TVO). Dazu bedarf es eines gemeinsamen Handels mit dem ebenso betroffenen Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Es ist schade, dass wertvolle Zeit verschenkt worden ist.

Harald Wolf: Der LKW-Verkehr muss auf die Schiene. Pläne des Bundes, noch größere LKW auf Straßen zuzulassen – so genannte Gigaliner – lehne ich ab. Sie führen dazu, dass das noch mehr LKW-Verkehr auf die Straße kommt. Punktuell muss geprüft werden, ob der Schwerlastverkehr „ausgesperrt“ werden kann. Dies muss dann der Fall sein, wenn die Lärm- und Abgasbelastung nicht mehr akzeptabel sind. Auch eine intelligente Verkehrssteuerung kann dazu beitragen Straßen wie die Treskowallee zu entlasten. Hier muss das Land Berlin seine Anstrengungen fortsetzen.

Stefan Gelbhaar: Die Abkürzungsverkehre von LKW-s durch Berlin haben seit der LKW-Maut auf Autobahnen stark zugenommen. Der Transitverkehr muss zurück auf die A10. Die Möglichkeiten dazu liegen auf der Hand. Berlin ist jedenfalls nicht als Transitstrecke errichtet worden. Wohngebiete sind ganz besonders schutzbedürftig. Dem LKW-Durchgangsverkehr etwa in der Ehrlichstraße muss umgehend der Riegel vorgeschoben werden. Nur mit guten Alternativen lässt sich auch der PKW-Verkehr reduzieren. Wesentlich ist ein exzellenter öffentlicher Nahverkehr. S-Bahn-Kaputtsparen mit dem bekannten Ergebnis geht da nicht. Die Verkürzung der Fahrzeit etwa durch konsequente Vorrangschaltungen für die Tram, den Erhalt des Regionalbahnhofs usw. ist daher ein Anliegen unserer Politik. Schließlich kann durch attraktive Wohnlagen in der Nähe von Arbeitsorten Verkehr vermieden werden. Daher treten wir für eine sinnvolle Entwicklung von Karlshorst West ein.

Fabian Peter: Wie bereits in der Fragestellung erwähnt, passieren täglich etwa 37.000 Fahrzeuge die Treskowallee in beide Richtungen, davon etwa alle 17 Sekunden ein Bus, LKW oder Sattelzug. Dieser Zustand ist für die Karlshorster eine große Belastung, die mit der Öffnung des neuen Flughafens BER noch weiter zunehmen wird. Nun wird die Treskowallee ganz sicher nie eine verkehrsarme Straße werden, aber wir können Einzelmaßnahmen angehen, die in der Summe zu einer sinkenden Belastung für die Karlshorster Bürger führt. Die wichtigste Maßnahme ist hierbei die Realisierung der Tangentialverbindung Ost (TVO), welche in der nächsten Frage ausführlicher behandelt wird. Des Weiteren sollte darüber diskutiert werden, ob es bereits heute verkehrspolitisch vertretbar wäre, die Treskowallee für LKW’s ab einem bestimmten Tonnen-Gewicht zu sperren. Spätestens mit einer fertiggestellten TVO sollte dies jedoch ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Schließlich führen diese LKW’s auch zu Straßenschäden, die wiederum Baustellen – verbunden mit Staugefahr – mit sich bringen. Darüber hinaus kann zudem eine weitere Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs, hier insbesondere auf der Nord-Süd-Achse im Berliner Osten, die Verkehrsteilnehmer dazu bewegen, vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen. Nicht zuletzt gehört in diese Überlegungen auch der Erhalt des Regionalbahnhofs Karlshorst, welcher durch die Tramlinien M17, 27 und 37 einen Großteil der Bewohner in den östlichen Stadtteilen ideal an den Flughafen BER anbindet.